Törggelen: Eine Südtiroler Tradition
Das Törggelen ist ein Teil der Südtiroler Kultur und wird auch im Vinschgau seit jeher praktiziert. So mancher Gast - aber auch der ein oder andere Einheimische - fragt sich, woher diese Tradition eigentlich kommt.
Das Törggelen selbst ist ein beliebter Brauch in Südtirol und bereits einige Jahrhunderte alt. 1845 schrieb etwa der gelehrte Benediktinerpater Beda Weber: „Die gebratenen Kastanien schmecken besonders gut zum Wein und Herbstpartien auf diese Leckerkost gehören zu den Freuden der Etschländer“. 1846 beschreibt der Reiseschriftsteller Ludwig Steub in seinem Buch „Drei Sommer in Tirol“ ausführlich eine Törggelepartie im Meraner Raum. Den Ursprung hat das Törggelen wohl im Eisacktal.
Schlachtplatte, Kastanien und Wein
Auch im Vinschgau fand das Törggelen schnell Einzug. Als Hauptmahlzeit eine ordentliche Schlachtplatte, mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten, unter anderem eine Blutwurst, als Beilage Sauerkraut, dann ein Nachtisch mit Krapfen und Kastanien. Dazu Suser und Wein. Das ist es, wie die Südtiroler einen zünftigen Törggele-Abend mögen.
Verbinden kann man Törggele-Ausflüge auch in Latsch und Umgebung optimal mit Wanderungen oder Mountainbike-Touren. So findet man in der näheren Umgebung des Jagdhofs zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Informationen über Routen und Lokale wo das Törggelen angeboten wird, erhält man auch direkt im Bikehotel. Kein Wunder, dass sich vom Latscher Sporthotel aus eine gemütliche Halbtagestour, zu Fuß, mit dem Rad oder mit auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anbietet.
Wer hier etwa seinen Wanderurlaub verbringt, dem sei ein idyllischer Spaziergang am Ramini-Waalweg bei Tarsch oder am nahen Nörderberg empfohlen. Im Dorf Tarsch etwa gibt es bereits Einkehrmöglichkeiten zum Törggelen. Auch der Latschander Waalweg zwischen Latsch und Kastelbell zeigt sich im Herbst von seiner schönsten Seite und ist eine ideale „Vorspeise“ für die Törggelepartie. Freilich bietet sich für Urlauber bei regnerischen Wettern auch unter Tags Erholung und Entspannung im Wellnesshotel an – um dann am Abend fit und entspannt zum Törggelefest zu starten.
Woher kommt der Name?
Doch woher kommt eigentlich der Name Törggelen? Beim Törggelen, wo es in Südtirol stets darum ging, im Spätherbst beim Bauern den neuen Wein zu verkosten, begab man sich in die Torggl. Dabei handelt es sich um einen ebenerdigen Raum, der seinen Namen von der großen dort aufgestellten hölzernen Weinpresse hat. Der Name der Traubenpresse kommt vom lateinischen torquere, was so viel wie pressen bedeutet. Man ging also in die Torggl, um den „Nuin“ zu verkosten. „Verkostet“ wird dabei natürlich auch heute noch – was bei Südtirols Spitzenweinen immer wieder ein Genuss ist.
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