Stammgästewoche im Jagdhof 17.03. - 24.03.2018

From Piris with love! In dieser Woche nehmen wir uns extra viel...

Singletrail-Weltrekord in Latsch im Vinschgau geknackt

Die Gehrig-Twins surfen mehr als 15.000 Tiefenmeter Singletrails an einem Tag!

Im Rahmen der Sportsendung „Sommer Challenge 2014“ des Schweizer Fernsehens wurde am 16. Juli auf den legendären Mountainbike-Trails von Latsch im Vinschgau ein Weltrekord aufgestellt. Im Auftrag der „Sommer Challenge“ stellten sich die Mountainbike-Racing-Zwillinge Anita und Caro Gehrig einer extremen sportlichen Herausforderung. Die Challenge lautete: 15.000 „Tiefenmeter“ Singletrails an nur einem Tag auf verschiedenen Strecken bergab zu fahren. Die Bedingungen: Für die Bergauffahrten sind keine extravaganten Mittel erlaubt; nur Bergbahn oder Shuttlefahrzeug. Alle Abfahrten müssen korrekt und mit Respekt vor der Umwelt durchgeführt werden. Und: Erlaubt sind ganz normale Enduro-Bikes sowie eine klassische Ausstattung mit normalen Helmen und Protektoren. Kurzum: Die Sache sollte – theoretisch – für jeden Biker mit gebräuchlichen Mitteln machbar sein.

Die Idee zu diesem Projekt hatte Thomas Giger, Herausgeber des Schweizer Bike-Magazins RIDE. Gemeinsam mit Mountainbike-Legende Thomas Frischknecht hatte er im vergangenen Jahr in Davos 13.572 Meter Höhendifferenz in über 13 Stunden geschafft und hielt damit den Weltrekord. Giger wusste: So ein Weltrekordversuch ist am besten im Trailparadies Latsch machbar. Lange Sommertage mit vielen Stunden Helligkeit, zuverlässig schönes Wetter und unzählige Trails; das waren die Anforderungen ans Revier – und da ist der mittlere Vinschgau nun wirklich perfekt. Und Giger wusste auch: Der bikeverrückte Hotelier Martin Pirhofer vom Aktiv & Bikehotel Jagdhof in Latsch ist der perfekte Guide für dieses Projekt. Also erzählte Thomas Giger seinem Freund und Local Martin "Piri" von der Idee – und der war sofort Feuer und Flamme. Schließlich liebt Piri das Biken und Trailsurfen ebenso wie neue Herausforderungen und das Verschieben von Grenzen.

Martin legte gleich los, denn gut geplant ist halb gewonnen!

Sofort begann ich mit der Planung. Eines war mir von Anfang an klar: Die Challenge wird ein Wettlauf gegen die Zeit, mit mindestens 15 bis 16 Stunden müsste man wohl rechnen. Zwei Wochen lang grübelte, testete und plante ich als passionierter MTB-Guide, wie man die Trails logistisch am besten verbinden konnte. Wann man die Seilbahn, den Sessellift und wann das Shuttle nutzen sollte. Und wann eventuell eine Pause drin war. Und eines war mir schnell klar: Um die angestrebten 15.000 Tiefenmeter möglichst mit Tageslicht zu erreichen, mussten wir und das ganze Team früh raus. Die Bike-Ladies Anita und Caro besuchten mich einmal vorab in Latsch, um uns kennenzulernen, gingen wir gemeinsam auf Tour, damit wir uns aufeinander einzustimmen konnten, da wir uns zuvor noch nicht kannten.
Am 16. Juli war es dann soweit. Wecken um 04:00 Uhr, Thermo-Frühstück in der Jagdstube und erste Auffahrt um 05:00 Uhr. Start in den ersten Trail: 5:30 Uhr.

Doch die pure Planung war natürlich nicht genug: Da Anita und Caro unsere Vinschgau-Trails nicht kannten, wurden sie von mir & Felix, einem einheimischen Guide von Bikereldorado unterstützt. Wir fuhren den erfolgreichen Enduro-Profis voran und leiteten sie ein ums andere Mal sicher und schnell ins Tal. Doch trotz gut funktionierendem Team, bestem Wetter und ohne zeitaufwendige Zwischenfälle – nur einen Platten, drei verschlissenen Bremsbelägen, sowie eine geschrotete Bremsscheibe – erkannte ich schnell: Es wird verdammt knapp! Zum Mittagessen – so viel Zeit musste dennoch sein – legten wir einen Rekord im Pasta-Essen bei mir im Hotel Jagdhof hin, und weiter ging’s mit Trailsufen. Zwischen den Abfahrten gab es – außer den Fahrten mit der Bergbahn hinauf nach St. Martin und dem Sessellift zur Tarscher Alm oder den Shuttle-Fahrten – keine Pausen. Und letztere konnte man kaum als Pausen bezeichnen: Unser Shuttle-Fahrer Franz Schuster, ehemaliger Nationalparkhüter und ebenfalls Guide-Kollege aus dem Bikereldorado Team, gab mit seinem Pick-Up bergauf ordentlich Gas und sorgte auf den kurvigen Strecken dafür, dass uns allen der Adrenalinspiegel nie absackte. „Ganz ehrlich: Im Vergleich zu den Shuttle-Fahrten mit Franz waren die rasanten Trail-Abfahrten fast schon erholsam“. :-)

Zwei Drittel geschafft!

Doch trotz Nervenkitzel, enormer Anforderungen an Kraft, Konzentration und Fahrtechnik sowie einem kleinen Motivationstief nach dem Mittagessen: Gegen 16.00 Uhr war die 10.000er-Marke erreicht – und „ab da wussten wir: Es geht!“ Ich selbst habe  zwar immer daran geglaubt und uns alle immer wieder motiviert, aber spätestens jetzt glaubten es alle, dass das erklärte Ziel zum Greifen nah ist. Auf den restlichen Trails galt es jetzt nochmals richtig Gas zu geben. Auch Anita berichtete später: „Die 10.000er-Marke brachte die Wende. Wir hatten wieder Energie und waren von da an "nicht mehr zu bremsen“.

Apropos Energie: Im Vorfeld hatte ich mich natürlich nicht nur um die Strecken gekümmert, sondern auch bei Thomas Stricker, Sport- und Heilmasseur und ehemaliger Fitnesstrainer bei uns im Jagdhof, Rat und Tipps geholt. Thomas wusste: „Die Challenge verlangt von uns in körperlicher, psychischer und mentaler Ebene alles ab.“ „Das Gehirn braucht viel Energie. Passt auf, dass Ihr nicht die Konzentration verliert.“ Denn diese über den ganzen Tag aufrechtzuerhalten, ist ebenso schwierig wie wichtig. Schließlich kann bereits der kleinste Fehler zu folgenschweren Stürzen führen – und das war’s dann mit der Challenge. Seine Ernährungsempfehlung, um den Blutzuckerspiegel konstant hoch zu halten, optimale Leistung abzurufen und gute Konzentration zu garantieren, lautete: Fruchtzucker, Fruchtsaftschorlen und Nussmischungen – regelmäßig über den Tag verteilt einzunehmen. Und daran hielten wir uns dann auch.

Endspurt – auch bergauf!

Als es dann langsam dunkel wurde, keine Bergbahn mehr zur Verfügung stand und die Zeit knapp wurde, half freilich keine Nussmischung der Welt – sondern nur noch Shuttle-Fahrer Franz. Und der zeigte am Ende noch mal, was in ihm und dem Pick Up steckte. Er chauffierte uns – Nervenflatternd – im Affenzahn auf den letzten Trail den „Lucky 13“, was ihm von da an bei den Twins den Spitznamen „Crazy Driver Franz“ einbrachte. :-)

Doch der Einsatz aller Beteiligten hat sich gelohnt. Um kurz nach 22.00 Uhr – nach 16 Abfahrten und 17 Stunden – hieß es: Anita und Caro Gehrig haben den bisherigen Singletrail-Weltrekord von Frischi & Giger um 1.545 Tiefenmeter geknackt! Mit exakt 15.117 Tiefenmetern an einem Tag! Fazit: Challenge geschafft! Und nicht nur das: Das Trailparadies Latsch-Vinschgau ist jetzt ganz offiziell Weltklasse. Dank des Einsatzes leidenschaftlicher Locals und einer sensationellen Fahrleistung der Twins Anita & Carolin Gehrig, die eine bewundernswerte Leistung abgeliefert haben.
Mädels ihr seid die Größten, ich verneige mich vor euch!

Mein Dank geht an alle Beteiligten die uns Tatkräftig unterstützt haben und ganz besonders auch an Roman, dass er uns seinen Pick Up zur Verfügung gestellt hat, sowie David & den Mitarbeitern von unserem Bike-Shop "Maxx Bike Eldorado" für den tollen Service. Danke auch an Philipp Ruggli für die sensationellen Fotos während der Challenge!

Bis demnächst euer Martin "Piri" Pirhofer. 

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