Traditionsreicher Herbst im Vinschgau

Schönes Herbstwetter, farbenträchtige Bäume, heller Sonnenschein… Ein perfekter Tag um eine Wanderung auf einem der zahlreichen Vinschgauer Waalwege zu unternehmen und zur Stärkung in einen bäuerlichen Buschenschank ein zu kehren. Dort kann man um diese Jahreszeit regionale deftige Kost genießen und das traditionelle Törggelen besser kennen lernen und selbst erleben.

Aber was ist eigentlich ein Waalweg?

Ein Waal ist ein vom Menschen angelegter Bewässerungskanal, der meist aus einem Bach oder von den Gletschern zu den oft sehr weit entfernt gelegenen landwirtschaftlichen Feldern leitet. Besonders im Vinschgau sind die Niederschlagsmengen wegen der geografischen Lage so gering, dass die Landwirtschaft vor allem am Sonnenberg auf künstliche Bewässerung angewiesen ist. Aus diesem Grund entstand dort eines der ausgedehntesten Bewässerungssysteme in den Alpen - weil einige dieser Waale entlang der Wanderwege führen, werden diese Wege Waalwege genannt. Und im Vinschgau gibt es besonders viele davon, auf denen man angenehme Wanderungen ohne große Höhenunterschiede unternehmen kann.

Hier einige der schönsten Waalwege im Vinschgau:

  • Latschanderwaalweg in Latsch (6,4 km – 141 hm)
  • Turnaunawaalweg in Taufers i.M. (6 km – 300 hm)
  • Schnalswaalweg zum Schloss Juval (7 km – 300 hm)
  • Leiten- und Berkwaal in Schluderns (6,5 km – 300 hm)
  • Zaalwaal in Schlanders (3,2 km – 150 hm)
  • Rautwaal, Neuwaal, Mareinwaal in Latsch (9,2 km – 300 hm)
  • Frauwaal in Prad (5,5 km – 400 hm)
  • Ilswaal in Schlanders (5,4 km – 350 hm)

Und was ist „Törggelen“?

Das Wort Törggelen kommt nicht vom „Torkeln“, weil man vielleicht ein Gläschen zu viel hatte, es kommt von der „Torggl“, welches aus dem lat. stammt und so viel wie pressen bedeutet. Der Ursprung des Törggelens war im Eisacktal, heute ist der Brauch aber in ganz Südtirol beliebt und wird auch in jeder Ecke des Landes betrieben. Es gibt viele verschiedene Erzählungen, wie das Törggelen entstanden ist: die einen sagen, dass sich die Bauern aus dem Tal mit einer zünftigen Marende bei den Bergbauern bedankten, weil ihre Tiere den Sommer über auf den Almen und höher gelegenen Bauernhöfen verbringen durften. Dabei wurden typische Spezialitäten wie Kraut, Hauswurst, Schweinernes, verschiedene Mehlspeisen, Strauben und Kastanien zubereitet. Natürlich durfte auch der „nuie Wein“,  „Suser“ genannt, nicht fehlen. Dieser ist der neue Wein, welcher bereits zu gären begonnen hat und schon Alkohol enthält. Für den „nuien Wein“ werden meist nur leichte Rebsorten, wie der gern getrunkene Vernatsch verwendet. Das Törggelen ist bei der Südtiroler Bevölkerung sehr beliebt, es geht um die Gemeinschaft und den Spaß in der Gruppe und natürlich um die „Keschtn“ (Kastanien), welche bei einem richtigen Törggelen nicht fehlen dürfen.

Und sind Sie neugierig geworden und möchten so einen Herbsttag selbst auch einmal erleben? Dann kommen Sie doch zu uns in den Vinschgau und genießen Sie so einen!

Südtiroler Brauchtum Südtiroler Törggelen Herbst im Vinschgau

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