Urlaub in Meran: Die Geschichte der Meraner Grandhotels

Wer im frühen 19. Jahrhundert seinen Urlaub in Meran verbrachte, der übernachtete nicht in Hotels – die gab es schlicht noch nicht. Reisende kamen in Hospizen und in Postgasthäusern unter.

Auch Pfarrer, Richter und aufgeschlossene Bürger stellten private Räumlichkeiten für Gäste zur Verfügung. Genauso wenig wie Hotels in Meran, gab es Hotels in Innsbruck oder München.

„Wer in einem eleganten Hotel sitzt, ist selbst elegant“ – die ersten Grand Hotels in Meran

Während in Deutschland und in Frankreich bereits in den 1820er- und 1830er Jahren erste Grand Hotels entstehen, öffnen die sogenannten „alpinen“ Grand Hotels in Meran und anderswo in den Bergen etwas später ihre Tore. Der Aufstieg kam zeitgleich mit der Industrialisierung: Die Alpen wurden zum paradiesischen Gegenpol der industrialisierten Städte und ihrer modernen Arbeitswelt. Die bürgerliche Oberschicht traf sich in den eleganten Grand Hotels zu Gesprächen und Müßiggang. Von Kurt Tucholsky ist folgender Satz aus dieser Zeit überliefert: „Wer in einem eleganten Hotel sitzt, ist selbst elegant“. Mit dem Alpinismus entstanden zudem kleine Pensionen und Schutzhütten auf den Bergen für weniger betuchte Reisende.

Zu den ersten Grand Hotels in Meran gehörten das Hotel Emma in der Nähe des Meraner Bahnhofs, das Hotel Excelsior und das Bristol in der Freiheitsstraße. Auch das Grand Hotel Bellevue, der Meranerhof, das Ritz Stefanie und das Hotel Palace wurden von einer bunten und illustren internationalen Gästeschar besucht.

Meran wird zur Kurstadt – mithilfe der jüdischen Gemeinschaft

Wichtige Persönlichkeiten der städtischen Kurgeschichte entstammen der jüdischen Gemeinschaft. Darunter Josef und Katharina Bermann, die in Meran das erste koschere Restaurant und Hotel Südtirols errichten. Leopold Bermann, der Sohn des Ehepaars, kaufte das Hotel Bellaria. Sein Bruder Max, ein Arzt, errichtete zur Jahrhundertwende das Sanatorium Waldpark in Obermais. Einige weitere jüdische Ärzte trugen zum guten Ruf Merans als Kurstadt bei.

Urlaub in Meran gehörte um 1900 zum guten Ton

Zur Jahrhundertwende gehört der Urlaub in Meran schließlich zum guten Ton: Schriftsteller und Adlige gaben sich die Klinke in die Hand. Franz Kafka, Christian Morgenstern und Sigmund Freud erholten sich in Meran, um ihr Lungenleiden zu kurieren. Die drittgrößte Gästegruppe der Kurstadt waren Ende des 19. Jahrhunderts Besucher aus Russland. Grund hierfür war vor allem die direkte Zugverbindung zwischen St. Petersburg und Meran. Sie residierten meist im Ansitz Zarenbrunn – bestehend aus einer russisch-orthodoxen Kirche und drei historischen Villen in Obermais, namens Borodina, Moskau und Lituania.

Der Erste Weltkrieg beendet die Ära der Grand Hotels

Der Krieg setzt dem Tourismusboom ein jähes Ende. 1914 macht niemand mehr Ferien – die Menschen stehen an der Front. Die Grand Hotels in Meran schließen oder werden zum Lazarett umfunktioniert. Als der Krieg 1919 endet, ist nichts mehr so, wie es war: Südtirol ist nun ein Teil Italiens, viele Gebäude sind ebenso kriegsversehrt wie die Bewohner.

Ab 1950 findet Meran zum alten Glanz zurück

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg findet Meran – und Südtirol – wieder zu seinem alten Glanz zurück. Die Schrecken des Krieges sind vorbei, das Wirtschaftswunder und das Privatauto machen Südtirol wieder zum beliebten Tourismusziel. Einige der einstigen Grand Hotels, wie etwa das Hotel Palace oder der Meranerhof, öffnen nach dem Krieg wieder und werden bis heute weitergeführt – meist in dritter oder gar vierter Generation. Andere, wie das einst so glanzvolle Hotel Bristol oder das Hotel Emma, wurden umgebaut oder einem anderen Nutzungszweck zugeführt.

Die Hotels in Meran und Umgebung sind am Puls der Zeit

Im Laufe der Jahrzehnte wandeln sich die Hotels in Meran und Umgebung. Aus den mondänen Grand Hotels wurden moderne Wellnesshotels, die von gesundheitsbewussten und aktiven Gästen aus den Nachbarländern – vornehmlich aus Deutschland – besucht werden.

Dazu gehören auch die fünf DolceVita Hotels. Immer noch familiengeführt, bietet jedes der DolceVita Hotels einen eigenen Schwerpunkt: Im DolceVita Hotel Feldhof fühlen sich Familien besonders wohl, im Luxury DolceVita Resort Preidlhof finden Paare Ihre wohlverdiente Ruhe, im Genuss & Erlebnis Resort Lindenhof in Naturns und im DolceVita ALPIANA RESORT kommen Wellnessfans auf ihre Kosten. Das DolceVita Hotel Jagdhof in Latsch eignet sich hingegen wunderbar für einen Aktivurlaub inmitten der eindrucksvollen Bergwelt. Die Gastgeber – Ruth und Martin Pirhofer – sind selbst passionierte Radler, Golfer und Wanderer.

Bildquelle © Frank – stock.adobe.com

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