Stammgästewoche im Jagdhof 17.03. - 24.03.2018

From Piris with love! In dieser Woche nehmen wir uns extra viel...

Der Brauch des Nikolaus und seiner Krampusse in Südtirol

Wenn der Tag früher dunkel wird, und man schon aus der Ferne das Läuten von Glocken hören kann ist bei uns in Südtirol Nikolaus- und Krampuszeit.

Wir kennen die Krampusse als Schreckensgestalten, welche den Nikolaus begleiten. Dieser Brauch wird in Südtirol und anderen Alpenländern schon lange betrieben und gilt als ein wunderschöner und doch so angsteinflößender Adventsbrauch.

Der Nikolausbrauch stellt das Gute und das Böse an einem Tag dar, während die braven Kinder vom Nikolaus beschenkt werden, erwartet der Krampus mit seinen langen Ruten die Unartigen. Dann gibt es noch den „Knecht Ruprecht“. Der Knecht Ruprecht und die Krampusse haben fast dieselben Aufgaben, der Unterschied liegt nur darin, dass die Krampusse immer in Gruppen auftreten und der Knecht Ruprecht eine einzelne Person ist. Die Krampusse haben viele verschiedene Namen: bei uns im Vinschgau werden sie „Tuifl“ genannt, im mittelhochdeutschen Raum „Kralle“ und im bayrischen Raum „Krampn“, doch damit sind immer die Schreckensgestalten gemeint. Sie sollen das Verdorrte, das Verblühte und das Leblose darstellen. In der Zeit der Inquisition war der Krampusbrauch verboten, auf diesem stand die Todesstrafe, da es nicht angebracht war, sich als eine Schreckensgestalt des Teufels zu verkleiden. In den abgelegenen Ortschaften wurde der Brauch aber trotzdem weitergeführt. Erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts wird der Brauch im Salzkammergut, in Tirol, Südtirol und anderen Ländern regelmäßig gepflegt. In dieser Zeit bildeten sich viele Krampusgruppen, an denen aber nur die unverheirateten Männer des Dorfes dabei sein durften. Heute finden Sie in den Vereinen auch Mädchen welche sich als „Tuifl“ verkleiden und in die Rolle des Bösen schlüpfen.

Das Fest des heiligen Nikolaus ist der Tag des 6. Dezembers, während der 5. Dezember der Tag der Krampusse ist. Gerne wird aber bei uns in Südtirol der 5. Dezember hergenommen, an welchem der Nikolaus mit seinen Schreckgestalten von Haus zu Haus zieht. Der heilige Nikolaus ist einer der bekanntesten Heiligenfiguren. Ursprünglich kommt der Nikolaus aus dem vierten Jahrhundert und lebte in Kleinasien. Dargestellt wird die Figur mit einem watteartigen Bart, einer Bischofsmütze und einem Stab mit einem schneckenförmigen Griff.
Nikolaus wurde der Überlieferung zufolge von seinem Onkel, dem Bischof Nikolaus von Myra, im Alter von 19 Jahren zum Priester geweiht und als Abt in einem Kloster nahe seiner Heimatstadt eingesetzt. Als seine Eltern an der Pest starben, erbte Nikolaus ihr Vermögen und verteilte es an die Armen. Damit bewahrte er viele junge Frauen aus seiner Nachbarschaft vor der Prostitution indem er heimlich Geld durchs Fenster - oder durch den Kamin in die darin aufgehängten Socken – warf. Seitdem gilt Nikolaus als Geber guter Gaben und Freund der Kinder.

Bei uns im Vinschgau wird der Nikolaus und Krampusbrauch von jung und alt gepflegt. Während die als Krampus verkleideten Jugendlichen Spaß daran haben, ihre schmerzhaften Ruten einem spüren zu lassen, sperren sich viele Zuschauer lieber in den „sicheren“ vier Wänden ein oder verstecken sich hinter einer größeren Person.

Also, falls sie auch mal Lust haben eine Rute von einem echten Vinschger Krampus zu spüren, kommen Sie einfach am 5. Dezember zu uns nach Latsch, denn dann findet ab 17.00 Uhr im Dorfzentrum der traditionelle Nikolausumzug statt.

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.