Das Vinschger Paarl stellt sich vor...

...meine Geschichte begann schon im 4. Jahrhundert, die ersten Brotfunde stammen aus dieser Zeit und somit auch ich.

Bereits die Römer bepflanzten unser Land Südtirol mit Weizen, Roggen, Gerste und Hirse. Der Roggen gedeiht aber von allen Körnern am besten, zudem gilt der Roggen als ein sehr widerstandsfähiges Korn. Und ich bestehe hauptsächlich aus Roggen.

Da der Winter in Südtirol immer sehr kalt war und es früher nicht so viele Lebensmittel gab, mussten die Menschen, vor allem auf den abgeschiedenen Berghöfen, zu Selbstversorgern werden und haltbare Lebensmittel herstellen. Dabei war besonders das Roggenbrot – das heutige "Vinschger Paarl" – sehr beliebt. Die Mönche auf dem Kloster Marienberg oberhalb von Burgeis haben mich als „Ur-Paarl“ im 13. Jahrhundert das erste Mal im Vinschgau gebacken, seit diesem Zeitpunkt kann ich vielen Personen am Morgen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Meine traditionelle Form besteht aus zwei runden flachen Laiben die zu einem „Paar“ geformt werden. Das typische Rezept von mir ist im Besitze der Benediktinermönche im Kloster Marienberg im oberen Vinschgau, und die Bäcker welche mich noch traditionell als „Ur-Paarl“ machen, stellen mich mit einem natürlichen Hefegärprozess her. Auch heute noch sieht man auf vielen alten Bergbauernhöfen neben dem Haus einen typischen Backofen, in welchem 2-3 Mal die Woche das Vinschger Paarl gebacken und anschließend in einer „Hurt“ aufbewahrt wird. Die „Hurt“ ist ein offener Holzkasten mit vielen verschiedenen Abteilungen, um die frisch gebackenen Laibchen darin aufzubewahren.

Das Vinschger Paarlbrot gehört zu einer typischen Marende bei uns im Vinschgau und mittlerweile sogar im gesamten Südtiroler Land einfach dazu, aber auch am Morgen mit ein wenig Bauernbutter und einer selbstgemachten Marmelade. Und falls Sie jetzt Lust bekommen haben auf ein kleinwenig Südtiroler Flair beim Abendessen, können Sie mich ganz einfach zu Hause nachbacken.

Das Vinschger Paarl für zu Hause:
Vorteig:
110g Roggenmehl
125ml Wasser lauwarm
2,5g Hefe
Teig:
250g Roggenmehl
140g Weizenmehl
450ml Wasser
10g Hefe
10g Salz
5g Fenchel
2,5 g Kümmel
Je nach Geschmack Zigeunerkraut/ Bockshornklee

Zubereitung:
Für den Vorteig die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen und mit dem Roggenmehl vermischen. Ca. 5 Minuten kräftig durchkneten und anschließend 1 Stunde zugedeckt ruhen lassen. Danach den Vorteig mit den restlichen Zutaten zu einem Teig vermengen, mit etwas Roggenmehl bestäuben und weitere 15 Minuten rasten lassen. Anschließend können Sie aus dem Teig ca. 80g schwere Kugeln formen und diese als Paar auf das Backblech legen. Die Brötchen dann für weitere 30-45 Minuten ruhen lassen. Danach die Brötchen auf 220°C ca. 25 Minuten lang backen lassen.

Wir wünschen gutes Gelingen!

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