Der Menhir im Museum Latsch
In den Gewölben des Spitales Latsch befindet sich das Museum Latsch. Im Spital Latsch wurden seit der Gründung des Hospizes von Heinrich von Annaberg (um 1334) arme Dorfbewohner, Pilger und Kreuzfahrer versorgt. Heute sind hier zahlreiche Kunstwerke und historische Zeugnisse ausgestellt,
darunter Werke von Jörg Lederer und Gregor Schwenzengast. Als wichtigstes Ausstellungsstück jedoch gilt der Statuenmenhir. Entdeckt wurde der Menhir im Jahre 1992 während Restaurierungsarbeiten in der Bichlkirche (Kirche Unsere liebe Frau auf dem Bichl). Man nimmt an, dass der aus Vinschger Marmor bestehende Menhir zwischen 3.300 und 2.000 vor Christus von den Leuten der Remedello Kultur gefertigt wurde. Der Stein ist 107 cm hoch, 77 cm und 12 cm dick und bildete die Auflagefläche der Altarmensa.
Teile der Kopf- und Fußpartie fehlen. Neben den ikonografische Zügen, die den männlichen Bildsteinen der Etschtalgruppen ähnlich sind, treten auch Elemente auf, die zur Lombardischen Gruppe aus Valcamonica und dem Veltlin gehören, wie die Sonnen, Hirsche und eine stilisierte menschliche Figur. Aus diesem Grund ist der Latscher Menhir ein großartiger Beweis für eine jahrtausend alte Verbindung des Vinschgaus bzw. Etschtals mit den Tälern der nordöstlichen Lombardei. Der Vinschgau ist bekannt für viele historische Funde wie zum Beispiel auch Schalensteine oder das Ganglegg am Schludernser Sonnenberg.
Führungen im Museum Latsch: Jeden Montag ab 02.April bis 22. Oktober 2012, Treffpunkt: 15.30 Uhr im Tourismusbüro Latsch. (Ostern u. Pfingsten jeweils samstags um 10.00 Uhr), Teilnahmegebühr: 5,00 €/Person
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